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Glossar

Die Begriffe, die Systemtreue beim Taggen abfragt — so, wie das SK-/NXT-System sie verwendet. Dieselben Erklärungen stehen als Aufklapper direkt an den Feldern der Tag-Maske.

Sequenz (SQ)

Eine Sequenz ist der Bauplan, nach dem das SK-/NXT-System eine Bewegung liest. Sie besteht aus vier Punkten:

  • ·O — der Startpunkt, ein Hoch- oder Tiefpunkt.
  • ·A — das Ende des ersten Impulses von O weg.
  • ·B — das Extrem des Rücksetzers, der auf den Impuls folgt.
  • ·C — der Punkt, bis zu dem die Bewegung nach B weiterläuft.

Aus diesen vier Punkten ergibt sich alles Weitere: die Level, die Farbe und die Sequenzart.

O, A und B stehen fest, sobald sie da sind. C nicht: solange die Bewegung läuft, ist C nur der bisher weiteste erreichte Punkt. Ein Level, das gegen C gerechnet wird, gilt deshalb immer zu einem Stand — nicht für immer.

SQ-Farbe

Die Farbe sagt, wie groß die Sequenz ist — nicht, wie gut sie ist. Gemessen wird sie als Anzahl der 1-Stunden-Kerzen von O bis B. Jede Farbklasse ist viermal so weit wie die vorige, was dem Abstand zwischen den Chart-Ebenen entspricht: die Ebene in der Tabelle sagt, auf welchem Chart diese Sequenz eine normale Balkenzahl hätte.

Long und Short haben getrennte Farben, damit Richtung und Größe auf einen Blick auseinandergehen.

Die Farbe sortiert, sie ist kein Gütesiegel. Gemessen wird bei B — dass B bis zur Aktivierung noch wandern und die Klasse dabei wechseln kann, ist bekannt und in Ordnung.

(Die Klassengrenzen stehen in der Tabelle auf der Tagging-Seite.)

Fib-Level

Fibonacci-Level sind Verhältniszahlen, mit denen ein Rücksetzer gemessen wird. Systemtreue kennt fünf davon: 0,500 · 0,559 · 0,618 · 0,667 · 0,786.

Ein Level von 0,500 bedeutet: Der Rücksetzer hat die Hälfte der vorangegangenen Bewegung wieder zurückgenommen. 0,786 heißt entsprechend: gut drei Viertel davon.

Das Level ist eine Messung, keine Aussage über den Ausgang. Es beschreibt, wo dein Einstieg innerhalb der Bewegung lag — mehr nicht.

Sequenzart (I/K)

Jede Sequenz besteht aus drei Teilstrecken: O→A, A→B und B→C. Jede davon ist entweder

  • ·I (impulsiv) — gerichtet, zügig, wenig Überlappung, oder
  • ·K (korrektiv) — überlappender Zickzack, der die vorherige Bewegung wirklich zurücknimmt.

Daraus ergeben sich acht Kombinationen, von III bis KKK. Die Schreibweise IKI bedeutet zum Beispiel: O→A impulsiv, A→B korrektiv, B→C impulsiv.

Für „korrektiv“ gibt es im System keine Zahl. Es ist ein Charakter, keine Größe — eine ruhige oder kleine Strecke ist nicht automatisch korrektiv, und eine tiefe nicht automatisch. Die Einordnung ist dein Urteil; Systemtreue speichert es, ohne es zu prüfen.

Nicht mit dem Fib-Level verwechseln: das Level misst die Tiefe des Rücksetzers, I/K beschreibt seinen Charakter. Ein tiefer Rücksetzer kann impulsiv sein.

Einstieg: BCKL oder GKL

Beides sind Fibonacci-Ziehungen — sie unterscheiden sich darin, über welche Strecke gemessen wird:

gemessen überwann im System verwendet
BCKL (BC-Korrekturlevel)von B zum aktuellen Csolange das Ziellevel C noch nicht erreicht ist
GKL (Gesamtkorrekturlevel)von O auf das neue Extrem, an dem der Lauf endetsobald das Ziellevel C erreicht ist — oder bei einer III-Struktur

Die Wahl ändert den Preis. Dieselbe Sequenz liefert über BCKL und GKL verschiedene Level. Welche Ziehung du benutzt hast, weiß nur du — deshalb wird es gefragt.

Der Punkt A geht in keines der beiden Level ein: das BCKL misst B→C, das GKL misst O→C.

Konfluenz

Konfluenz heißt: An demselben Preis fällt noch etwas anderes zusammen als nur dein Level — ein gleitender Durchschnitt (EMA oder SMA), eine noch unberührte Preislücke (Fair Value Gap, FVG), ein Level aus dem Volume Profile (POC, VAH oder VAL), eine Liquiditätszone, oder das Ziel einer Sequenz der Gegenrichtung (im System Doppelter Vorteil genannt).

Systemtreue bewertet die Konfluenz nicht. Es hält fest, welche Faktoren an deinem Level lagen, und zeigt deine Trades getrennt danach.

EMA, SMA, FVG und Volume Profile (POC, VAH, VAL) trägst du nicht selbst ein. Systemtreue rechnet sie bei jedem ausgeführten Einstieg, ob getaggt oder nicht, auch für ältere Trades. Es zählt der Stand im Moment der Ausführung: Ein Niveau ist Konfluenz, wenn es am Limit liegt, knapp davor oder knapp dahinter. Bei einer Market-Order gilt der Preis, zu dem sie ausgeführt wurde. Beim Taggen siehst du diese Chips nur als Hinweis, anklicken kannst du sie nicht. Das Ergebnis steht mit etwas Verzögerung in deiner Auswertung. Ob der Kurs das Niveau danach wirklich erreicht hat, steht als „getroffen“ dabei – an der Konfluenz ändert das nichts. Fehlen der Börse die Kerzen, steht dort „nicht berechenbar“, nicht „keine Konfluenz“. Ausnahme: XPERP-Kontrakte von OKX. Reichen dort die eigenen Kerzen für EMA oder SMA nicht, setzt Systemtreue ältere Kerzen desselben Coins von OKX davor und rechnet sie auf den Kurs des Kontrakts um. Das ergibt einen Näherungswert. Reicht auch das nicht, bleibt es bei „nicht berechenbar“. Liquidität und Doppelter Vorteil trägst du weiter selbst ein.

Im Zweifel bleibt das Feld leer. Liquidität und Doppelten Vorteil trägst du selbst ein. Sie zählen, wenn das Level getroffen wird oder unmittelbar dahinter liegt. Ein Tag lässt sich nicht nachträglich korrigieren.

Ein gleitender Durchschnitt trägt immer seine Zeiteinheit im Namen (EMA 50 · 4H, SMA 200 · D). Ohne Zeiteinheit ist er nicht auswertbar, deshalb gibt es ihn im Produkt nicht ohne.

Ein FVG ist die Lücke zwischen den Dochten der ersten und der dritten von drei Kerzen. Es zählt, wenn bis kurz vor der Ausführung kein Docht hineingereicht hat. Berührungen auf dem Weg zu deinem Limit zählen nicht dagegen. Den Chip gibt es auf 4H und D.

POC, VAH und VAL kommen aus dem Volume Profile. Es zeigt, wie viel bei welchem Preis gehandelt wurde. Der POC ist der Preis mit dem meisten Volumen; hat das Profil zwei fast gleich hohe Gipfel, zählen beide. VAH und VAL sind Ober- und Unterkante der Value Area, des Bereichs um den POC mit 70 Prozent des Volumens. Systemtreue rechnet das Profil auf 1H-Kerzen über die laufende Seitwärtsphase, ab dem Hoch oder Tief der letzten großen Ausbruchsbewegung. Den Beginn der Phase bestimmt Systemtreue selbst aus den Tageskerzen. Gibt es gerade keine solche Phase oder ist sie jünger als 14 Tage, gibt es keinen VP-Chip.

Zwei Level, die dieselbe Strecke messen, sind eine Rechnung, zweimal aufgeschrieben — keine Konfluenz.

Trade-Typ

Kurzfristig oder Swing — deine Einordnung, wie lange die Idee laufen sollte. Sie wird nicht aus der tatsächlichen Haltedauer abgeleitet, sondern ist die Absicht zum Zeitpunkt des Einstiegs.

On-System / Off-System

  • ·On-System: Zu dieser Trade-Idee liegt ein Tag vor — du hast festgehalten, nach welcher Sequenz und welchem Level sie lief.
  • ·Off-System: Es liegt kein Tag vor.

Die Auswertung „On vs Off“ stellt beide Gruppen nebeneinander und bewertet keine von beiden. Die Kennzahl Systemtreue ist strenger: Nach Regelwerk zählt dort nur ein Trade mit getaggter Sequenz, getaggtem Level und gesetztem Stop.

Off-System heißt nicht „Fehler“. Es heißt: für diese Idee ist nicht gemessen, ob sie deinem Regelwerk folgte. Ein ungetaggter Trade ist kein fehlender Datensatz, sondern eine Messung, die es nicht gibt — nachträglich lässt sie sich nicht herstellen. In der Kennzahl Systemtreue zählt er deshalb als abgewichen.

Tag-Fenster

Eine offene Futures-Limit-Order kannst du jederzeit taggen. Ist sie ausgeführt, bleiben dafür 30 Minuten ab der Ausführung — auch dann, wenn die Position in der Zwischenzeit schon wieder geschlossen wurde. Danach zählt die Idee als Off-System.

Verschiebst du eine getaggte Limit-Order auf einen anderen Preis, verfällt ihr Tag und die Idee steht wieder unter „Wartet aufs Taggen“: Ein verschobenes Limit ist ein neu gezogenes Fibonacci und damit eine andere Idee.

Tags sind nicht editierbar. Das ist Absicht — eine Einschätzung, die sich im Nachhinein ändern lässt, ist als Messung wertlos.

Systemtreue ist ein Dokumentations- und Auswertungswerkzeug für bereits ausgeführte eigene Trades. Es erteilt keine Anlageberatung, spricht keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung aus und gibt keine Prognose ab. Handel mit Finanzinstrumenten ist mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden; Entscheidungen triffst du selbst und auf eigene Verantwortung.